Startseite | Service-AGB-Datenschutz-Versandkosten | Mediainformationen | Autoreninfos | Impressum

W&B gehört seit 1948 zu den renommiertesten Fachzeitschriften der Beruflichen Bildung!

Berufliche Bildung im Web

Wissen im Netz

 

Das Internet bietet eine ständig wachsende Zahl von Angeboten, die Wissen vermitteln oder über innovative Wege der Wissensvermittlung berichten. Wir stellen Ihnen die interessan­testen und aktuellsten Seiten vor, ausgewählt und kommentiert von Jochen Robes.

Magenta MOOC

Ein unternehmensinternes Lernexperiment

http://www.telekom.com/magenta-mooc

Eines der Unternehmen, die sich bereits auf das Abenteuer "Corporate MOOC" eingelassen haben, ist die Deutsche Telekom. 2014 fand der erste "Magenta MOOC" statt. Jede/r Interessierte war eingeladen, mitzumachen. Mehr als 3.600 Mitarbeiter aus 27 Ländern hatten sich schließlich angemeldet. 700 von ihnen wurden ausgelost, aktiv in 140 Teams mitzudiskutieren; alle anderen folgten dem Kurs auf eigene Faust als "Supporter". Die internationalen, bereichsübergreifenden Teams bearbeiteten zusammen Aufgaben aus sechs Modulen mit Themen wie Transformation, Leadership und Simplicity. Auf der Webseite der Telekom heißt es weiter: "To cope successfully with constant change needs an innovative mindset, entrepreneurial spirit and an appropriate culture of sharing and learning. The ­Magenta MOOC is a first step towards new ways of international, cross-disciplinary and virtual ­collaboration ­within Deutsche ­Telekom."

Entsprechend lautete das Motto des dreimonatigen Online-Kurses "Share your entrepreneurial spirit". In einem Artikel („Corporate MOOCs: Unterstützung der lernenden Organisation“, Wirtschaftspsychologie aktuell, 3 / 2014) beschreibt Eva Strube, Personalentwicklerin bei der Telekom, die verschiedenen Ebenen dieses kollaborativen Lernexperiments:

- "den offenen Austausch und die länder- und bereichsübergreifende Vernetzung einer großen Anzahl von Teilnehmenden in der Organisation;
- das Lernen im Team zur Förderung der virtuellen Kollaboration und der Innovationskraft im Konzern und
- das individuelle, selbstgesteuerte Lernen der Teilnehmenden mit Bezug zum eigenen beruflichen Arbeitsumfeld."

Auf der Webseite finden sich weitere Informationen und Kurzfilme zum Magenta MOOC, auch die Videos, die für die einzelnen Themenwochen produziert wurden.

Hamburg Open Online University

Das Lernen wird frei

https://www.youtube.com/watch?v=XXWacHGiGSg&feature=youtu.be

Auf YouTube wirbt Sönke Knutzen, TU Hamburg-Harburg und Leiter der Expertengruppe Portalkonzept und Technik, für das neue Konzept der Hamburg Open Online University, mit dem Bürgermeister Olaf Scholz im vergangenen November zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat. Doch die wahren Ausmaße des Projekts erschließen sich erst, wenn man sich die Drucksache 20/14262 in der Parlamentsdatenbank der Hamburgischen Bürgerschaft vom 13. Januar 2015 durchliest – was jeder Interessierte kann. Denn dort sind die Digitalisierungsstrategie der Hamburger Hochschulen, ihre Ziele sowie die Kernelemente beschrieben. Die Hamburg Open Online University ist nur ein Teil dieser Strategie, aber vielleicht der spannendste:

"Die zentralen konzeptionellen Elemente der Idee der "Hamburg Open Online University" stellen eine selbst entwickelte und -betriebene gemeinsame Plattform aller Hamburger Hochschulen, die Etablierung von lernendenzentrierten eLearning-Ansätzen (zum Beispiel in Form von Problem Based Learning und Project-Based Learning), die Entwicklung von frei verfügbaren Lehr- und Lernmaterialien (OER / Open Educational Resources) für verschiedene didaktische Szenarien sowie die Etablierung von Strukturen für Qualifizierungsmaßnahmen (‚Digital Qualification‘) und Supportstrukturen in den Hochschulen dar."

Wie sagt Sönke Knutzen im Interview mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: "Wir versuchen mit der Hamburg Open Online University, Universität anders zu denken." Das macht neugierig.

Mein digitales Ich

EIN ONLINEKURS DER VOLKSHOCHSCHULEN

https://mooin.oncampus.de/mod/page/view.phpid=221

Dein digitales Ich reicht weit in Dein Offlineleben hinein. Selbst über Privatpersonen gibt es etwas zu googeln, und so schauen z. B. potenzielle Arbeitgeber gerne mal im Netz nach, mit wem sie es denn zu tun haben.“ Wer also etwas über sein digitales Ich erfahren möchte, hat hier die Gelegenheit. Der "ichMOOC" wird durchgeführt von Joachim Sucker (Hamburger Volkshochschule) und Nina Oberländer (Bremer Volkshochschule). Es ist ein offener Onlinekurs, der vier Wochen lang vom 28. Mai 2015 an im Netz stattfindet, genauer gesagt auf „mooin“, der offenen Lernplattform der Fachhochschule Lübeck. Die Veranstalter versprechen drei abwechslungsreiche Lernformen: Lernvideos, Diskussionsforen fürs Onlinelernen und so genannte MOOCbars, um auch „vor Ort“ die Themen zu vertiefen. Aber auch wer den Termin im Mai verpasst, kann im Nachhinein Videos und ­Diskussionen verfolgen. Die MOOCbars sind dann allerdings geschlossen.

Ein neues Schlagwort: Working Out Loud (WOL)



http://workingoutloud.com/
Wenn von der digitalen Transformation der Unternehmen die Rede ist, so ist noch nicht klar, wie sich das konkret in der täglichen Arbeit niederschlägt. Auch Vernetzung, Transparenz und Offenheit bleiben häufig Appelle, obwohl die technischen Werkzeuge dafür in immer mehr Unternehmen eingeführt sind. Hier setzt „Working Out Loud“ (WOL) an. Die Bewegung, so heißt es, begann 2010, als Bryce Williams die kurze Formel „Working Out Loud = Observable Work + Narrating Your Work“ kursieren ließ. John Stepper griff die Idee auf und führte sie weiter aus. Heute ist daraus eine Bewegung geworden: mit Anlaufstellen im Netz, Communities in einzelnen Ländern und einer Reihe von Beiträgen, die versuchen, die Idee in konkrete Handlungen und Routinen zu übersetzen. Im Kern geht es darum, die eigenen Arbeitsprozesse und Routinen, die alltäglichen Abläufe, Erfahrungen und vor allem Fehler sichtbar zu machen. Die sozialen Intranets und Netzwerke in den Unternehmen bieten dafür die geeignete Infrastruktur. Solche ­Routinen können z. B. drei Stichworte über ihre Arbeitsaufgaben sein, die Mitarbeiter am Montagmorgen in das Netzwerk geben, oder drei ­Erfahrungen der zurückliegenden Woche, die sie am Freitag öffentlich festhalten. Reflexion, Feedback und Lernprozesse inbegriffen.

OPENSAP

Offene Online­Kurse für Interessierte

https://open.sap.com/

Während sich viele Unternehmen noch fragen, was Massive Open Online Courses (MOOCs) bedeuten und ob diese Entwicklung auch für ihr Geschäft relevant ist, hat die SAP die Gelegenheit gleich ergriffen. Bereits im Mai 2013 startete sie in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam ihren ersten MOOC "Introduction to Software Development on SAP HANA". Über 80.000 Teilnehmer haben sich bis heute für diesen Kurs angemeldet. MOOCs, das sind auch auf openSAP offene Kurse, die komplett online stattfinden. Sie dauern in der Regel fünf bis sieben Wochen und umfassen kurze Videobausteine, Selbsttests, Diskussionsforen sowie weitere Lernmaterialien. Wer die wöchentlichen Aufgaben bearbeitet und den Abschlusstest besteht, erhält ein "record of achievement". Die Kurse werden in englischer Sprache durchgeführt. Inzwischen hat ein gutes Dutzend Kurse stattgefunden. Sie richten sich an Experten, Studierende und Interessierte, die sich über IT-Innovationen und -Entwicklungen im Umfeld der SAP-Produkte und -Dienstleistungen informieren wollen. Obwohl die Teilnehmer zwischen vier und sechs Stunden in der Woche investieren müssen, haben sich inzwischen mehr als 125.000 Nutzer auf der Plattform registriert. Für SAP ein Erfolg, der auch durch die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Teilnehmerbefragung bestätigt wurde – sowie durch die Auszeichnung mit dem Brandon Hall Award 2014 in der Kategorie "Best Extended Enterprise Learning ­Program".

Die Bertelsmann Stiftung bloggt


http://blog.aus-und-weiterbildung.eu

Ganz unprätentiös „Aus- und Weiterbildung“ heißt das Blog, auf dem seit 2013 Fachkräfte der Bertelsmann Stiftung und externe Experten diskutieren. In der Vorstellung des Blogs wird u. a. festgehalten: „Junge Menschen müssen erfolgreicher und früher in den Arbeitsmarkt integriert werden, deswegen fordern wir ein Recht auf Ausbildung und mehr Flexibilität im Ausbildungssystem. Erwachsene müssen länger als heute am Erwerbsleben teilhaben. In der Weiterbildung braucht es daher mehr Angebote und eine bessere Beratung insbesondere für Geringqualifizierte sowie eine Anerkennung auch informell erworbener Kompetenzen.“ Um die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen dreht sich z. B. auch das Blogstöckchen zum Thema #DuKannstWas, das im November gestartet wurde. Blogstöckchen sind so etwas wie Kettenbriefe im Netz, bei denen Blogger andere Blogger einladen, sich mit einem Beitrag an der Diskussion eines Themas zu beteiligen. Bertelsmann-Autorin Julia Behrens nennt ihren Initialinput „Kompe­tenzanerkennungskompetenz“, und um ihn zu erläutern, springt sie in das Jahr 2020. Wir können lesen, wie Alexander mit Hilfe eines Jobcenter-Beraters sein Recht auf Kompetenzanerkennung wahrnimmt. Erfolgreich. Inzwischen haben weitere Autoren, unter anderem der Schreiber dieser Zeilen, das Blogstöckchen #DuKannstWas aufgenommen.

George Bersin: Experte, Analyst, Berater

http://home.bersin.com/

Wer sich über Entwicklungen an der Schnittstelle von HR und IT, über Performance-, Talent-Management- oder Learning-Management-Systeme, über Märkte, Anbieter, Produkte, Zahlen oder Trends informieren will, ist auf eine Handvoll Experten angewiesen. Zu ihnen gehören Josh Bersin und sein Team von Beratern und Analysten. Seit vielen Jahren liefern sie ihren weltweiten Kunden Studien und Expertisen und bieten Zugriff auf umfangreiche Datenbanken, natürlich kostenpflichtig. Die Schaubilder, mit denen sie Themen strukturieren, Zusammenhänge abbilden oder Entwicklungslinien nachzeichnen, sind unverzichtbare Orientierungshilfen. Dabei können wir davon profitieren, dass auch renommierte Experten wie Josh Bersin die ­Fachöffentlichkeit und ihre Medien suchen, um sich, ihre Studien und Ergebnisse zu präsentieren. Die Konsequenz: Man kann kostenfrei Newsletter von Bersin by Deloitte mit ­Verweisen auf Fachartikel abonnieren, man kann sich mit Hilfe exzellenter ­Präsentationen informieren oder an einem der kostenfreien Webinare teilnehmen, die Josh Bersin und sein Team regelmäßig veranstalten. Als Kostprobe ist der ­Artikel „HR Technology in 2015: Ten Big Disruptions Ahead“ zu empfehlen, der nach einer kurzen Registrierung zur Lektüre offensteht (http://marketing.bersin.com/ten-disruptions-to-hr-echnology-in-2015.html).

Adidas Group: "The Future of Learning has started"

http://www.adidas-group.com/de/unternehmen/stories/smarten-people/


Als es im Mai 2012 auf dem adidas-Group-Blog hieß, „Help us find the new way of working and learning“, berichteten wir an dieser Stelle darüber (7/8, 2012). Danach wurde es ruhig auf den Seiten von adidas. Im Juli 2014 war es dann soweit: Der adidas Group Learning Campus startete offiziell mit einer „Global Week of Learning“. Zur neuen „Corporate University“ gehören u. a. der Learning Campus Online, der allen Mitarbeitern Zugriff auf verschiedene Lernmöglichkeiten wie YouTube-Videos, TED Talks, Workshops oder offene Onlinekurse bietet, aber auch virtuelle Räume zum Informationsaustausch. Zum neuen Learning Campus gehören weiterhin „The Shed“ in Herzogenaurach, ein offener, futuristisch gestalteter Platz für Meetings, Seminare, Diskussionen und Gespräche, ferner Media Labs und Koffer mit Lernmedien, so genannte „Learning Pop-Up Kits“. Im Rahmen der Eröffnung wurde noch einmal herausgestellt, wofür der neue Learning Campus steht:

- Lernen wird ganzheitlich betrachtet: Innovation – Lernen – Wissenserhalt und/-transfer.
- Lernen wird ein integraler Teil der Arbeit.
- Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, immer und überall zu lernen.
- Lernen wird „demokratisiert“: gleiche Voraussetzungen für alle.
- Jeder ist Schüler und Lehrer zugleich.

Man darf auf weitere Nachrichten von der „Future of Learning“ gespannt sein.

Mozilla Open Badges:

Das informelle Lernen sichtbar machen

http://www.openbadges.org

Mozilla ist wahrscheinlich den meisten bekannt als die Organisation, die hinter Firefox (dem Browser) und Thunderbird (dem E-Mail-Programm) steht. Aber die Mozilla Foundation fördert daneben eine Reihe von weiteren Projekten, zu denen auch Mozilla Open Badges gehört. „Badges“ zu übersetzen, ist gar nicht so einfach: Es sind digitale Abzeichen, die auf vielen Plattformen eingesetzt werden, um die Aktivitäten der Nutzer auszuweisen und zu belohnen. Auf Lernumgebungen wie z. B. der Khan Academy zeigen sie an, welche Module die Lerner bereits erfolgreich bearbeitet haben. Und hier werden Badges für alle interessant, die mit Bildung zu tun haben. Denn warum sollten Lerner ihre Badges nicht mitnehmen können, um z. B. auf Xing oder ­LinkedIn anzuzeigen, was sie gelernt haben bzw. über welche Fähigkeiten sie verfügen? Das wäre in Zeiten, in denen sich immer mehr Lernaktivitäten informell und selbstorganisiert im Netz abspielen, aussagekräftiger als der Hinweis auf alte Zeugnisse und Abschlüsse. Damit Badges jedoch für Lerner, Lernanbieter und andere, z. B. Arbeitgeber, einen Wert haben, braucht es eine Infrastruktur, Standards und Regeln. Diese Infrastruktur zu entwickeln und alle Interessierten an der Entwicklung zu beteiligen, ist das Ziel von Mozilla Open Badges.

Neuer Name, lange Geschichte:

Association for Talent Development

http://www.astd.org/

Das war eine Nachricht: Am 6. Mai 2014 wurde aus der "American Society for Training & Development" (ASTD), der weltweit größten Vereinigung für "workplace learning and peformance professionals", die "Association for Talent Development" (ATD). 1943 wurde die ASTD gegründet. Heute gehören ihr über 70.000 Mitglieder in über 100 Ländern an. Doch warum jetzt ein neuer Name? ASTD passte nicht mehr in eine Zeit, in der immer weniger von „Training“ und immer mehr von „Talents“, „Learning“ und „Performance“ gesprochen wird. Und auch das „American“ spiegelt die weltweite Community nicht mehr adäquat wider. Sonst hat sich erst einmal nichts geändert. Die meisten Leistungen der ATD bleiben natürlich ihren zahlenden Mitgliedern und Besuchern vorbehalten. Dazu gehören verschiedene Konferenzen, Bildungsangebote, Zertifizierungen, Awards, Workshops und Publikationen. Wer sich, ohne Mitglied zu werden, auf dem Laufenden halten möchte, dem seien die "Communities of Practice" und die "Community Blogs" empfohlen, die es zu unterschiedlichen Themen gibt. Es lohnt sich.

Nicht nur für die Hochschule:

www.e-teaching.org

Auch wenn sich das Portal "e-teaching.org" explizit an Hochschullehrende richtet, sollte man einen Blick riskieren, wenn man mit Aufgaben rund um das Online-Lernen zu tun hat. Seit dem Start im Jahr 2003 wird das Informationsangebot des Portals stetig weiterentwickelt. Es gliedert sich heute in folgende Rubriken auf: Lehrszenarien, Medientechnik, Didaktisches Design, Organisation, Aus der Praxis, Materialien, News & Trends sowie Community. Hinzu kommen regelmäßig Themenspecials, in denen eine bestimmte Fragestellung im Rahmen verschiedener Aktivitäten und Artikel näher beleuchtet wird. Betreut wird das Angebot von einem Redaktionsteam am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen. Auch wenn es vor allem die E-Learning-Experten und -Interessierten in den Hochschulen ansprechen und unterstützen will: Wer sich über Forschungsergebnisse, Projekte und Veranstaltungen im Bereich des Lernens mit neuen Medien informieren will, ist hier richtig.

Man trifft sich: Online Educa Berlin

http://www.online-educa.com/

Seit 1995 trifft sich die Bildungs-Community im Hotel InterContinental in Berlin. Auch dieses Jahr werden wieder vom 3. bis 5. Dezember an die 2.000 Teilnehmer und Aussteller aus über 100 Ländern erwartet. Denn es ist, so der Veranstalter ICWE, “the largest global E-Learning Conference for the Corporate, Education and Public Service Sectors”. Es ist in jedem Fall die größte internationale Konferenz im deutschsprachigen Raum, die sich ganz den Trends im Lehren und Lernen widmet. Das Motto 2014 lautet „Changing Learning“, und es sind über 100 Sessions und Keynotes von Experten wie Howard Rheingold, Mark Surman (Mozilla Foundation), John Baker (Brightspace) und Nick van Dam (McKinsey & Company) angekündigt. Es gibt Pre-Conference Events, die Business EDUCA, die sich auf die Anforderungen von Corporate Learning einstellt, und die VIDEO EDUCA, die sich ganz dem Trendthema „Video-Lernen“ widmet. Wer mit einem Besuch liebäugelt, abonniert am besten den regelmäßig erscheinenden Newsletter. Er ist umfangreich und informativ.

Jochen Robes

MASSIVE OPEN ONLINE COURSES (MOOCS):
ZUM STAND DER DINGE

Spätestens als Sebastian Thrun und Peter Norvig im Herbst 2011 eine Stanford-Veranstaltung über Künstliche Intelligenz als Online-Kurs anboten und sich in kurzer Zeit 160.000 Teilnehmer anmeldeten, war die Bildungs-Community wachgerüttelt. Fast über Nacht entstand eine Agenda, auf der zu lesen war von der Demokratisierung der Bildung , vom "Ende der Hochschulen" (wie wir sie kennen) bzw. der freien Hochschulbildung und vielen anderen Punkten mehr. Im Folgenden werden vier Entwicklungen vorgestellt, die den aktuellen Stand der Diskussion aus verschiedenen Perspektiven widerspiegeln.

Weiterlesen...(€)

 

Charles Jennings und das 70:20:10-Modell

https://www.702010forum.com

In vielen Bildungsabteilungen von Unternehmen ist dieses Modell ein Fixpunkt, an dem sich die Entwicklung von Lernkonzepten und -angeboten orientieren sollte. Die Botschaft des 70:20:10-Modells ist einfach: 70 % unserer Lernprozesse, das wurde in verschiedenen Studien bestätigt, spielen sich in den Aufgaben und Herausforderungen ab, mit denen wir täglich am Arbeitsplatz konfrontiert sind ("Experience"); 20 % erfolgen mit anderen durch Zusammenarbeit, Feedback oder Coaching ("Exposure"), und 10 % durch strukturierte Kurse und Lernprogramme. Natürlich sind diese Prozentzahlen nur Richtwerte. Aber sie setzen ein deutliches Signal an die Bildungsabteilungen, nicht ihre gesamten Ressourcen auf die 10 % zu konzentrieren. Die Diskussion dieses Modells, vor allem der Frage, welche Konsequenzen es für die tägliche Arbeit der Bildungsexperten und Programmmanager mit sich bringt und wie diese der Botschaft des Modells gerecht werden können, ist heute fest mit dem Namen Charles Jennings verbunden. Mit dem "70:20:10 Forum" hat er eine Anlaufstelle im Netz etabliert, um sich über genau diese Fragen und Probleme auszutauschen.

In EduCamps neue Lernkultur erfahren

http://educamp.mixxt.de

Von ihnen war in Wirtschaft und Beruf bereits die Rede: den EduCamps, offenen Konferenzen, die Teilnehmer (oft ist auch die Rede von „Teilgebern“) einladen, Themen und Ablauf nach eigenen Interessen und Schwerpunkten selbst zu organisieren. EduCamps schließen an die ältere Tradition der Open Spaces an und bilden eine thematische Variante der populären BarCamps. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der Einsatz neuer Medien in der Bildung, vor allem in Schule und Hochschule. Das erste EduCamp im deutschsprachigen Raum fand 2008 mit 180 Teilnehmern an der Technischen Universität in Ilmenau statt. Heute gibt es hierzulande jedes Jahr meist zwei EduCamps an wechselnden Standorten. Und es finden sich weitere Varianten wie das Corporate Learning Camp, das WissensTransferCamp und das KnowledgeCamp. Der Ablauf eines EduCamps ist meist ähnlich: Zuerst stellen sich alle Teilnehmer kurz vor („Deine drei Hashtags!“), dann werden Themen vorgeschlagen und abgestimmt, bevor diese auf dem Ablaufplan der Tagung mit Raum und Uhrzeit festgehalten werden. Nun ist es an den Teilnehmern und -gebern, aktiv den Austausch zu gestalten. Das Schöne daran: Auch wenn EduCamps an zwei oder drei Tagen vor Ort stattfinden, können sich Interessierte auf einer Community-Plattform bereits vor und nach der Tagung austauschen und vernetzen.

Flipboard: Dein persönliches Online-Magazin

https://flipboard.com

Die folgenden Zeilen richten sich ausnahmsweise nur an die Besitzer von Tablets und Smartphones. Denn nur sie können auf ihren Geräten Flipboard nutzen, eine App, die Nachrichten aus sozialen Medien und anderen Nachrichtendiensten sammelt und diese Nachrichten in Form eines attraktiven Online-Magazins präsentiert. Über 53 Millionen Nutzer weltweit sollen laut Wikipedia davon bereits Gebrauch machen. Doch der Reihe nach: Beim erstmaligen Aufruf der App erstellt der Nutzer zuerst ein persönliches Konto und verbindet dieses Konto zum Beispiel mit den Konten in seinen sozialen Netzwerken und mit weiteren Medien, die eine Partnerschaft mit Flipboard eingegangen sind. Wenn er anschließend Flipboard aufruft, wird so ein aktuelles und individuelles Magazin zusammengestellt, in dem der Nutzer bequem stöbern und lesen oder einzelne Fundstücke an andere weiterleiten kann. Für das, was Tools wie Flipboard leisten, gibt es übrigens auch schon einen Fachbegriff: "Content Curation" heißt die schwer übersetzbare Funktion des Auswählens, Zusammenstellens und Verbreitens von Inhalten, mit der heute jeder zum Redakteur werden kann. Ganz nebenbei ist es eine wunderbare Art, sich auf dem Laufenden zu halten.

Elliot Masie: "Futurist, Analyst, Speaker"

http://masie.com/

Wer sich in den letzten zwanzig Jahren mit dem Lernen im Netz oder neuen Medien und Technologien in der Bildung beschäftigt hat, wird sicher einmal dem Namen Elliott Masie begegnet sein. Erst kürzlich wurde er wieder zur weltweit einflussreichsten Persönlichkeit auf dem “corporate e-learning sector” bestimmt. Und das kommt nicht von ungefähr: Das "MASIE Center" ist ein anerkanntes Institut, das sich mit Forschungsprojekten, Veranstaltungen und Publikationen ganz auf Trends und Innovationen in der Weiterbildung von Unternehmen und Organisationen konzentriert. Ob iPhone oder 3-D-Drucker: Kaum ist eine neue Technologie auf dem Markt, erscheint ein kurzes Video, in dem Elliott Masie vor unseren Augen über ihr Potential für das Lehren und Lernen nachdenkt. Seinen empfehlenswerten Newsletter "Learning TRENDS" haben über 52.000 Leser abonniert. Elliott Masie steht auch dem Learning CONSORTIUM vor, einer Interessengemeinschaft von über 230 Organisationen. Und nicht zuletzt ist Elliott Masie Gastgeber einer jährlichen Bildungskonferenz, an der regelmäßig über 1.500 Besucher teilnehmen. Die Keynote der "Learning 2013" hielt übrigens Hillary Clinton. Viele dieser Aktivitäten spiegeln sich selbstverständlich in den vielfältigen Ressourcen wider, die Elliott Masie und sein Team im Netz pflegen.

"Dach KM": Wo sich Wissensmanager austauschen

www.xing.com/net/knowledgemanagement

Inzwischen gehört es zu einem professionellen Auftritt, mit einem Profil auf einem sozialen Netzwerk wie XING oder LinkedIn präsent und erreichbar zu sein. Etwas weniger bekannt sind die Gruppen, die sich Interessierten auf diesen Netzwerken zum Austausch und zur Vernetzung bieten. Wie zum Beispiel die Gruppe "Knowledge Management" (kurz: DACH KM), die es seit Februar 2004 auf XING gibt. Bis heute haben hier knapp 6.000 Mitglieder über 5.500 Beiträge verfasst und DACH KM "zur größten, aktivsten und populärsten virtuellen Gemeinschaft zum Thema Wissensmanagement im deutschen Sprachraum" gemacht, wie es auf XING heißt. Herzstück dieser Gemeinschaft sind die Diskussionsforen, die es zu verschiedenen Themen wie z. B. "Wissensmanagement Aus- und Weiterbildung" oder "Werkzeuge/Instrumente des Wissensmanagements" gibt. Das letztgenannte Forum wird übrigens von Angelika Mittelmann betreut, die 2011 auch das Handbuch "Werkzeugkasten Wissensmanagement" verfasst hat. Ansonsten sorgen vier Moderatoren für einen reibungslosen Informationsaustausch der Community. Mit Erfolg. DACH KM ist, das nur am Rande, nicht nur für XING-Mitglieder offen.

BWP@: Eine Online-Institution

http://www.bwpat.de/

Seit dem 19. November 2001, also länger als Facebook, YouTube oder Twitter, gibt es bwp@. Es nennt sich ein "Online-Fachjournal für alle an der Berufs- und Wirtschaftspädagogik Interessierten, die schnell, problemlos und kostenlos auf reviewte Inhalte und Diskussionen der Scientific Community zugreifen wollen." Getragen wird "bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online", wie es ausgeschrieben heißt, von einem gemeinnützigen Verein mit Sitz im Hamburger Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Seit 2001 haben 1.043 Autorinnen und Autoren (zu denen auch der Schreiber dieser Zeilen gehört) für bwp@ 1.046 Beiträge verfasst (Stand: Januar 2014). Im Juni 2013 erschien bereits die 24. Ausgabe des Fachjournals zur „Didaktik beruflicher Bildung“ (mit über 25 Beiträgen) und im Dezember 2013 die 25. Ausgabe zur „Ordnung und Steuerung der beruflichen Bildung“ online (mit 13 Beiträgen). Im gleichen Monat wurde auch der 145. Newsletter verschickt. Hinzu kommen regelmäßige Rezensionen, Leseempfehlungen, Nachrichten und Personalia, auf die der Newsletter verweist. Kurz: eine Fundgrube für die klassische Berufs- und Wirtschaftspädagogik.

Neue Bildungskonzepte unter europäischem Dach

http://openeducationeuropa.eu/de

Um das Portal "Open Education Europa" zu würdigen, muss man eigentlich etwas ausholen. Denn Ziel des Portals ist es, über Sprachgrenzen hinweg den Zugriff auf offene Bildungsmaterialien zu ermöglichen, für die sich in den letzten Jahren der Begriff "open educational resources" (OER) durchgesetzt hat. OER sind im Idealfall Materialien, die man nicht nur betrachten, sondern auch kopieren, weiterreichen, verändern und bearbeiten kann. Damit können Lehrende Inhalte, die sie im Netz finden, für ihren eigenen Unterricht aufbereiten. Das Portal „Open Education Europa“, das von der Europäischen Kommission getragen wird und erst seit September 2013 in der jetzigen Form besteht, ist in drei Bereiche aufgeteilt:

- Der Bereich "Finden" verlinkt auf offene Online-Kurse (MOOCs) sowie freie Lern- und Lehrmaterialien von führenden europäischen Institutionen.

- Der Bereich "Teilen" bietet den Nutzern verschiedene Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen: in Blogs, Gruppen oder auf Veranstaltungen, die hier angezeigt werden.

- Der Bereich "Vertiefen" bietet Zugriff auf Fachmagazine wie die „eLearning Papers“, auf ein Verzeichnis EU-finanzierter Projekte sowie Fachartikel und Nachrichten.

Kostenlos studieren im Netz

https://iversity.org/

iversity wurde 2011 mit Hilfe eines Stipendiums des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gegründet. "Neue Formen des Online-Lehrens und -Lernens" will das junge Berliner Unternehmen entwickeln und damit die Hochschulen und das Internet näher zusammenbringen. Aufmerksamkeit erregte iversity im Frühjahr 2013, als man zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den Wettbewerb "MOOC Production Fellowship" ausschrieb. Hochschullehrer konnten sich mit ihren Konzepten für einen der zehn mit je 25.000 Euro dotierten Preise bewerben. Über 250 Konzepte wurden eingereicht, aus denen eine Fachjury die letzte Auswahl traf. Inzwischen stehen die ersten kostenlosen Online-Kurse auf der Plattform von iversity bereit. Interessierte können wählen: zum Beispiel den Kurs "Mathe-MOOC: Mathematisch denken!" (Pädagogische Hochschule Heidelberg), eine "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre" (RWTH Aachen) oder die "Grundlagen des Marketing" (Fachhochschule Lübeck). Die Kurse laufen in der Regel über mehrere Wochen und bestehen aus kurzen Videosequenzen, Übungen und Tests. Weitere Kurse sollen in den nächsten Monaten folgen.

In sieben Tagen zum fertigen Lehrbuch

http://l3t.eu/2.0/

Seit Anfang 2011 gibt es das „Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien“, kurz "L3T" genannt. Es enthält über 50 Kapitel zu verschiedenen Aspekten und Themen des technologiegestützten Lernens und hat bereits eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen erhalten. Für die anstehende Überarbeitung des Lehrbuchs hatten sich die Herausgeber Sandra Schön und Martin Ebner ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: In nur sieben Tagen, vom 20. bis 28. August, sollte „L3T 2.0“ fertig gestellt werden. Und das hieß: Die bestehenden Kapitel mussten aktualisiert, überarbeitet und um weitere Kapitel ergänzt werden. Also starteten am 20. August acht L3T-Camps, sieben in Deutschland und eines an der Technischen Universität Graz, um die Arbeit der über 250 ehrenamtlich Mitwirkenden zu koordinieren. Dazu gehörten nicht nur Autoren, sondern auch Gutachter, Illustratoren, Korrektoren, "Zitat-Detektive" und Blogger. Wer nicht vor Ort in einem der Camps arbeiten konnte, war online eingebunden. Dafür gab es ein tägliches „L3T-TV“, einen Livestream, unzählige Blog-Beiträge, eine mobile Reporterin berichtete reihum aus den einzelnen Camps … und: Es funktionierte! Am 28. August wurde die Neuauflage von L3T feierlich in Graz vorgestellt und steht seitdem in verschiedenen Formaten zur Verfügung: in gedruckter Form, aber auch als E-Book frei im Internet.

Dr. Jochen Robes

TWITTERN FÜR DIE BILDUNG
ODER: WIE MAN MIT 140 ZEICHEN LERNEN KANN
[1,4 MB]

 

Alle kennen Twitter, aber nur wenige nutzen Twitter aktiv. Dabei bietet der Kommunikations­dienst eine Reihe von Möglichkeiten, um sich in seinem Fachgebiet auf dem Laufenden zu halten und sich mit anderen auszutauschen. Auch Unternehmen setzen immer häufiger auf die Vorteile des Microbloggings, um die interne Vernetzung ihrer Mitarbeiter zu unterstützen.

Viele Personalreferenten, Bildungsexperten und sogar einige Trainer haben sich heute mit dem Internet angefreundet. In vielen Unternehmen ist E-Learning, so kann man in jüngster Zeit häufiger lesen, angekommen. Aber bei allem Eifer und Interesse, sich auf neue Technologien und Tools einzulassen, gibt es doch Grenzen: Spätestens, wenn das Stichwort Twitter fällt. Twitter, dieser Dienst für Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen, ist vielen unheimlich: Hier scheinen die Grenzen zwischen privat und öffentlich völlig zu verschwimmen. Twitter ist, so das Urteil, mehr Spielerei als seriöse Kommunikationsplattform, mehr "Gezwitscher" als professionelle Information und damit etwas für Menschen, die viel bzw. zu viel Zeit haben.

Diesen Artikel kostenlos herunterladen... [1,4 MB]

Ein Hypernetzwerk fürs Lernen

http://doebe.li/bibliothek

Bevor man etwas über Beats Biblio­netz sagt, muss man erst einmal den Hut ziehen: vor Beat Döbeli Honegger, Professor am Institut für Medien und Schule (IMS) der PHZ Schwyz, der hier seit über 15 Jahren Informationen über eine breite Palette an Bildungsthemen zusammenträgt und miteinander vernetzt. Was einmal als persönliches Arbeitsinstrument und Experiment begann, ist längst zu einer festen Anlaufstelle im Netz geworden. Der Initiator beschreibt sein außergewöhnliches Projekt mit folgenden Stichworten:
Beats Biblionetz ist:

- eine Literaturliste mit Informationen zu über 4.000 Büchern und über 11.500 Texten.
- ein Begriffslexikon mit ca. 2.200 Begriffen und über 1.800 Defini­tionen.
- ein Personenlexikon mit Informationen zu über 10.000 Personen.
- ein Fragenkatalog mit über 130 Fragen (und Antworthilfen).
- eine Sammlung von Aussagen, Thesen und Empfehlungen.
- eine Linksammlung mit ca. 8.000 regelmäßig geprüften Links auf andere Websites.
- eine Zitatensammlung mit über 15.000 Originaltextausschnitten.

Und Beats Biblionetz wächst ständig weiter …

Ein Portal für die Bildung

http://www.bildungsserver.de

Der Deutsche Bildungsserver ist das zentrale Informationsportal zur Bildung in Deutschland. Schon die Startseite zeigt an, dass hier vor allem Informationen gesammelt und verlinkt werden. Der Nutzer kann sich in verschiedenen Themenbereichen orientieren (u. a. Schule, berufliche Bildung, Hochschulbildung, Erwachsenenbildung); er kann auf eine Reihe von Datenbanken zugreifen und nach bildungsrelevanten Materialien, Institutionen, Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten suchen; und er kann auf Partnerportale zugreifen, z. B. das „SchulWeb“, „Lesen in Deutschland“ sowie das Portal zum Nationalen Bildungsbericht. Den Deutschen Bildungsserver gibt es seit 2000. Seine Redaktion ist am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main angesiedelt. Wer sich mit den Angeboten des Deutschen Bildungsservers vertraut machen will, abonniert am besten den Newsletter, der regelmäßig über aktuelle Bildungsprojekte und neue Eintragungen informiert.

Präsentationen im Netz teilen

www.slideshare.de

Wer seine Präsentationen, in der Regel PowerPoint, im Netz verwalten, publizieren und für andere zur Verfügung stellen möchte, landet früher oder später auf SlideShare. SlideShare ist eine Web 2.0-Erfolgsgeschichte: Die Plattform wurde im Oktober 2006 gegründet und verzeichnet heute fast 60 Millionen Besucher im Monat und hat 16 Millionen registrierte Nutzer (2013). Einmal angemeldet, kann man in wenigen Schritten eine Präsentation hochladen, mit Stichworten (Tags) versehen und in verschiedene Kategorien einordnen; man kann andere Präsentationen bewerten, kommentieren und Präsentationen auf anderen Seiten problemlos einbinden. Inzwischen verwaltet SlideShare nicht nur PowerPoint, sondern auch Dokumente, PDFs, Videos und Webinare. Kürzlich wurde die 10 Millionen-Marke an hochgeladenen Präsentationen gefeiert. Heute wird SlideShare von großen Unternehmen wie von Experten und Trainern genutzt. Kein Wunder, dass die Plattform eine Fundgrube an interessanten Projekten, Ideen und Informationen darstellt. Und auch der Bildungsaspekt von SlideShare wird geschätzt: Es nimmt in der Rangliste der „Top 100 Tools for Learning“ (Jane Hart, W&B, 11-12.2012) regelmäßig vordere Plätze ein.

Ein Leben ohne E-Mail... ist möglich

http://www.elsua.net

Am 29. Juni 2008 erschien ein Artikel in der renommierten New York Times, dessen Überschrift neugierig machte: „I Freed Myself From E-Mail’s Grip“. Luis Suarez, ein IBM-Mitarbeiter, der auf den Kanarischen Inseln lebt, beschrieb dort, wie er eines Morgens die tägliche Email-Flut leid war und sich zu einem drastischen Schritt entschloss: Er wollte zukünftig ohne Emails kommunizieren und, wo immer möglich, stattdessen die Vielzahl an Social Media-Tools nutzen, die IBM und das Web zur Verfügung stellen. Natürlich wurde Luis Suarez belächelt und missverstanden, weil ihm viele unterstellten, dass er die Abschaffung der Emails propagiere. Aber Luis Suarez sah sein Experiment auch als Teil seiner Job-Beschreibung (er ist Social Media Evangelist bei IBM) und hielt durch. Auf seinem persönlichen Blog, „elsua.net“, berichtete er in der Folgezeit regelmäßig über seine Erfahrungen und Fortschritte. Jetzt, nach fünf Jahren, hat er wieder einmal Bilanz gezogen: Er ist inzwischen bei 16 Emails in der Woche angekommen, die er noch an seine IBM-Adresse erhält. Er hat sich sogar die Mühe gemacht, seinen Arbeitsalltag akribisch zu vermessen und kann heute sagen, dass er viel produktiver und effektiver arbeitet als noch vor fünf Jahren. Und er lädt alle ein, sich an der Idee „A Life Without Email“ mit eigenen Erfahrungen zu beteiligen.

Das Internet bietet eine ständig wachsende Zahl von Angeboten, die Wissen vermitteln oder innovative Wege gehen. Wir stellen Ihnen die interessantesten und aktuellsten Seiten vor, ausgewählt und kommentiert von Jochen Robes.

Jochen Robes

EINE APP FÜR ALLE FÄLLE

EINDRÜCKE VON DER LEARNTEC 2013

 

Über 6.000 Besucher und 210 Aussteller kamen dieses Jahr, um die LEARNTEC, die deutschlandweit wichtigste E-Learning-Messe, in Karlsruhe zu besuchen. Dort wurden, mittlerweile im 21. Jahr, wieder die Trends der Branche präsentiert und diskutiert. Die hießen in diesem Jahr Mobile Learning, Social Learning, Serious Games sowie Virtual Classrooms.

Hier den gesamten Artikel kostenlos downloaden [876 KB]

 

AB IN DIE CLOUD

DAS SAP-FORUM FÜR PERSONALMANAGEMENT

Vor fast genau einem Jahr war die Übernahme des amerikanischen Talent Management-Spezialisten Success Factors perfekt. 2,4 Milliarden Euro soll SAP investiert haben, um in der Cloud anzukommen. Damit war auch ein wichtiges Thema des diesjährigen SAP-Forums für Personalmanagement gesetzt, das am 19. und 20. März 2013 in Karlsruhe ­stattfand. Hinzu kamen Mobile HR und Talent ­Management. Und ein attraktives Rahmenprogramm, das weit über einzelne Software-Lösungen und ihre Anwendung hinausging.

Hier den gesamten Artikel kostenlos downloaden [828 KB] 

 

Technologietrend auf dem Radar

http://www.mmkh.de

Der Horizon Report ist vielleicht die bekannteste und renommierteste Informationsquelle über neue Technologien und Trends im Bildungsbereich. Seit 2004 wird er jährlich vom New Media Consortium (NMC) und der EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) herausgegeben. Eine deutsche Übersetzung des Reports betreut seit einigen Jahren das Multimedia Kontor Hamburg (MMKH). Was den Horizon Report so einzigartig macht: Jedes Jahr werden in einem aufwändigen Auswahlverfahren sechs Technologietrends identifiziert, von denen man annimmt, dass sie in den nächsten fünf Jahren den Bildungsbereich durchdringen werden. Jede Technologie wird ausführlich beschrieben, auf ihre Relevanz geprüft, mit Praxisbeispielen vorgestellt und mit weiterführender Literatur ergänzt. Und auch wenn der Hochschulbereich im Vordergrund steht, lohnt sich der Blick.

Bildung mit Qualitätssiegel

http://www.test.de/bildung-beruf/

Die Stiftung Warentest ist für Verbraucher oft die erste Adresse, wenn es um die Auswahl der besten Geldanlage, des richtigen Fernsehers oder des verlässlichsten Babyphones geht. Aber die wenigsten wissen, dass man auf den Seiten der Stiftung auch Testberichte über Weiterbildungsangebote, aktuelle Meldungen aus der Bildungsbranche sowie Tipps zur Suche und Nutzung von bestimmten Bildungsformen erhält. Seit Juli 2002 nimmt die Stiftung Warentest Angebote zur beruflichen Weiterbildung unter die Lupe. Mehr als 140 Tests sind in dieser Zeit entstanden. Hier eine kurze Auswahl aktueller Testberichte: „Existenzgründerseminare: Grundwissen-Seminare im Test“, „Computerkenntnisse nachweisen: Fit am Rechner“ oder „Social Media Marketing: Erfolg mit neuen Medien“. Neben Tests und aktuellen Meldungen finden Bildungsinteressierte auch Hintergrundmaterial: So informiert der Leitfaden „E-Learning“ über die vielfältigen Möglichkeiten des Online-Lernens. Andere Leitfäden widmen sich den Themen „Fernunterricht“ oder „Sprachen lernen“. Und wie viele andere Angebote der Stiftung Warentest stehen sie kostenlos zur Verfügung.

Eine Institution der politischen Bildung

http://www.bpb.de

Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine Institution: Seit über 60 Jahren setzt sie ihren Auftrag um, „durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken“, wie es in einem Erlass 2001 festgehalten wurde. Das tut sie unter anderem durch ein breites Angebot an Publikationen und Veranstaltungen. Dass sie dabei auch aktuelle Entwicklungen im Blick hat, zeigt das umfangreiche Dossier, das jüngst über die Online-Enzyklopädie Wikipedia erschienen ist. In sechs Kapiteln wird aus verschiedenen Perspektiven über Wikipedia informiert: über die Geschichte, die Machtstrukturen, die Globalisierung des Wissen, das Verhältnis von Wikipedia zum Journalismus, zur Politischen Bildung und zur Wissenschaft. In einem kurzen Animationsfilm spricht sogar Jimmy Wales, der Gründer der Wikipedia, über die Geschichte des Online-Lexikons, das für viele nach wie vor als Modell für „user-generated content“ und die „Weisheit der Vielen“ (wisdom of crowds) gilt. Verschiedene Infografiken, zum Beispiel über die Zahl der Artikel, die Zahl der Sprachversionen und die Zahl der aktiven Redakteure runden das Dossier ab.

Jochen Robes

PERSÖNLICHES WISSENSMANAGEMENT

WHAT'S IN IT FOR ME?

Persönliches Wissensmanagement ist noch ein relativ junges Feld. Zwar herrscht weitestgehend ­Einigkeit ­darüber, dass ­Wissensarbeiter ein hohes Maß an Selbstverantwortung tragen, wenn es um den Umgang mit Informa­tionen, die Pflege ihrer Netzwerke und die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen geht. Doch wie sie diese Ziele systematisch verfolgen können, welche Strategien, Methoden und Werkzeuge sie dabei unterstützen, ist offen. Vor Der Autor stellt drei Experten und ihre Wissensstrategien vor und stellt sechs Grundprinzipien des persönlichen Wissensmanagements zur Diskussion.

Weiterlesen...

 

E-Learningdatenbank mit Qualitätsprüfung

https://eldoc.bibb.de

Wer sich heute mit Hilfe des Internets weiterbilden möchte, hat es oft schwer. Zwar wächst die Zahl der Angebote und Anbieter ständig, doch der Markt ist unübersichtlich und die Qualität der gefundenen In­formationen nur schwer einzuschätzen. Hier hilft die Weiterbildungsdatenbank ELDOC, die vom renommierten Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin ­gepflegt wird. Sie erlaubt derzeit den Zugriff auf über 1.700 Angebote von über 150 Anbietern. Geordnet sind sie nach folgenden Themenbereichen: Wirtschaft/Recht/Verwaltung, Computer/EDV, Technik, Sprachen, Geistes- und Sozialwissenschaften, Medizin/Gesundheit/Soziales sowie Sport und Freizeit. Anbieter können sich und ihre Angebote in ELDOC selbst erfassen und werden nach erfolgreicher Prüfung freigeschaltet. ­Weiterbildungsinteressierte können sich die Angebote mit Hilfe einer komfortablen Suche nach verschiedenen Kriterien auswählen und anzeigen lassen. Wer mehr über ein bestimmtes Angebot erfahren möchte, findet den direkten Link auf die Webseite des Anbieters. Für beide Seiten ist die Nutzung der ­E-Learning-Datenbank kostenlos.

Medienkultur im digitalen Zeitalter

http://funkkolleg-medien.de

23 Radiosendungen, ausgestrahlt zwischen November 2012 und Mai 2013, umfasst das aktuelle hr2-Funkkolleg, das sich ganz der „Medienkultur im digitalen Zeitalter“ widmet. Die Titel der Themenblöcke lauten „Freiheits-Versprechen“, „Vorsprung durch Technik“, „Das digitale Selbst“ und „Vom Glück der großen Zahl“. Wie immer schließt das Funkkolleg eine Vielzahl von Aktivitäten und Ressourcen ein: das Spektrum reicht von den Sendungen selbst, über ein im Reclam-Verlag erschienenes Begleitbuch, über ergänzende Veranstaltungen der Volkshochschulen bis zur Möglichkeit, ein Zertifikat zu erwerben. Doch dieses Mal ist das Funkkolleg auch „Bildung im Web“, denn im Rahmen eines offenen Online-Kurses sind alle Teilnehmer eingeladen, sich aktiv an der Diskussion über die Sendungen und ihre Themen zu beteiligen. Es gibt einen Kursblog, in dem Beiträge und Kommentare gesammelt und verlinkt werden; es gibt den Hashtag „#fkmedien“ für alle, die gerne Twitter nutzen, und regelmäßige Newsletter, die alle Diskussionsspuren im Netz zusammenführen. Die Sendungen finden übrigens samstags, 11:30 Uhr, auf hr2-kultur statt, stehen aber auch als Podcasts zum „Nachhören“ im Netz.

Infoportal E-Learning

http://www.checkpoint-elearning.de

CHECK.point eLearning ist im deutschsprachigen Raum der wichtigste Umschlagplatz für Informationen zum Thema „Online-Lernen“. Das Portal ist seit 2004 online. Seitdem präsentiert die Redaktion kontinuierlich Neuigkeiten über Unternehmen, Produkte und Projekte sowie Trends und aktuelle Entwicklungen. Damit bedient sie eine breite Zielgruppe, die sowohl E-Learning-Verantwortliche in Unternehmen, Personalentwickler und Trainer wie auch Bildungsexperten in Schulen und Hochschulen umfasst. Wer den Informationen der Redaktion folgen will, abonniert am besten den Newsletter. Er geht derzeit an 17.300 E-Learning-Interessierte. Die reguläre Ausgabe erscheint mindestens einmal im Monat; hinzukommen jedoch in der Regel Themen-Specials sowie Sonderausgaben rund um die großen Veranstaltungen der Branche. Ab und zu unternimmt die Redaktion auch Ausflüge auf neues Terrain: So können Kunden inzwischen auch darüber abstimmen, wie zufrieden sie mit ihren E-Learning-Dienstleistern sind. Die Ergebnisse werden in einer jährlichen Kundenzufriedenheitsstudie zusammengefasst.

Sprung gelungen: Vom Web-Video ins Fernsehen

http://www.elektrischer-reporter.de

Der Elektrische Reporter ist ein Kleinod in der deutschen Medienlandschaft, genau an der Schnittstelle zwischen alten und neuen Medien, aber immer mit dem Blick nach vorne gerichtet. in Wikipedia wird er als Fernsehsendung beschrieben, die „über neue Medien, Netzkultur und Medienkompetenz“ informiert. Begonnen hat alles aber als Video-Podcasts, die der Journalist Mario Sixtus ab 2006 im Auftrag der Verlagsgruppe Handelsblatt entwickelte. Dann gab es 2007 den Grimme Online Award in der Kategorie Wissen und Bildung, und der Elektrische Reporter wurde das erste Web-Video-Format, das den Sprung ins Fernsehen schaffte. Heute besteht die Sendung aus 15-minütigen Folgen, die am Mittwochabend auf ZDF Info ausgestrahlt werden. Oder man geht einfach auf die Webseite des Elektrischen Reporters. Der Besuch lohnt sich. So wurde zum Beispiel in der Folge 52 („Gedankenlesen, Gedanken zeichnen und Geschäftsnetze“) gezeigt, wie die BASF auch unternehmensintern auf soziale Netzwerke und eine offene, schrankenlose Kommunikation setzt, um innovative Lösungen zu finden.

Jugend und digitale Medien - JIM Studie

http://www.mpfs.de/?id=527

Es heißt, dass die neuen Generationen ganz andere Anforderungen an das Arbeiten, das Lernen und Kommunizieren stellen und dass die Medien, allen voran das Internet, dabei eine wichtige Rolle spielen. Es heißt auch, dass Unternehmen sich darauf einstellen müssen, wenn sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben wollen. Wer überprüfen will, welche Rolle die Medien im Leben Jugendlicher zwischen 12 und 19 Jahren wirklich spielen, sollte einen Blick in die JIM-Studie werfen. „JIM“ steht für „Jugend, Information, (Multi-)Media“. Die Studie ist repräsentativ und wird seit 1998 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Sie bietet eine Fülle von Zahlen und Daten zur Medienausstattung, Mediennutzung und Medienkompetenz Jugendlicher. Die Pressemitteilung, die das Erscheinen der diesjährigen Studie ankündigte, ist mit „Vernetzt mit 272 Freunden“ überschrieben und deutet an, wohin sich der Medienalltag Jugendlicher bewegt. Die Studie informiert auch darüber, dass Computer/ Laptop, Handy, Fernseher und Internetzugang heute zur Grundausstattung eines Jugendlichen in Deutschland gehören. Ansonsten: Facebook ist ein „Muss“, Twitter ein „Randphänomen“ und das Handy allgegenwärtig.

Mit den Besten lernen

http://c4lpt.co.uk/top-100-tools-2012/

2007 hat die britische Bildungsexpertin Jane Hart zum ersten Mal die Web-Community nach ihren Lernwerkzeugen gefragt. Lernwerkzeuge, so heißt es auf ihrer Webseite, sind „Instrumente, um Lerninhalte oder Lernangebote für andere zu entwickeln bzw. zu vermitteln oder Instrumente, um das eigene, persönliche oder berufliche Lernen zu unterstützen.“ Herausgekommen ist eine „Top 100“-Liste, die sie seitdem jährlich aktualisiert. Folgende Tools bilden die aktuellen Top Ten, zu denen 2012 genau 582 Interessierte mit ihrem Votum beigetragen haben: 1. Twitter, 2. YouTube, 3. GoogleDocs/ Drive, 4. Google Search, 5. WordPress, 6. Dropbox, 7. Skype, 8. PowerPoint, 9. Facebook, 10. Wikipedia. Einige reiben sich möglicherweise die Augen, wenn sie zum Beispiel Twitter hier als Lernwerkzeug sehen. Doch viele nutzen Twitter längst gezielt und professionell, um sich auf dem Laufenden zu halten, News auszutauschen und sich mit anderen zu vernetzen. Von daher ist diese Liste vieles auf einmal: eine neue Perspektive auf bekannte Alltagsinstrumente, eine reiche Fundgrube zum Stöbern und ein wunderbarer Einstieg in das persönliche Wissensmanagement und informelle Lernen.

Openhpi

https://openhpi.de

Offene Online-Kurse waren bisher eine Domäne amerikanischer Startups, Business Schools und Universitäten. In den letzten Monaten ist die Zahl dieser Kurse im Netz fast explodiert. Jetzt ist auch das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam auf den Zug gesprungen. Ein Kurs über “In-Memory Data Management” startete Anfang September, für den sich jeder Interessierte kostenfrei registrieren konnte. Über 10.000 Teilnehmer aus 90 Ländern haben die Chance genutzt und sich auf www.openhpi.de, der Plattform des Instituts, eingeschrieben. Lernvideos, ergänzende Materialien, Selbsttests, wöchentliche Hausarbeiten und eine abschließende Prüfung bilden das Gerüst des Kurses. Aber, so HPI-Direktor Christoph Meinel, man will nicht nur auf die Vermittlung von Wissen setzen, sondern hofft auf die Interaktion und den Austausch der Teilnehmer. Hier darf man gespannt sein. Das Institut plant jedenfalls, weitere Kurse zu Themen der Informationstechnologie zu entwickeln und kostenfrei anzubieten. “Internetworking mit TCP/IP” heißt der zweite Kurs, der Anfang November startet. Dann wird die Kurssprache deutsch sein.

Youtube: Jörn Loviscach

www.youtube.com/user/JoernLoviscach

Kann man YouTube, die Video-Plattform im Netz, eigentlich auch gezielt in der Weiterbildung einsetzen? Jörn Loviscach, Professor für Ingenieurmathematik und technische Informatik an der Fachhochschule Bielefeld, ist davon überzeugt und stellt seit drei Jahren seine Vorlesungen ins Netz. Inzwischen sind es fast 2.000 Videos, die rund sechs Mio. Mal aufgerufen wurden. Kein Wunder also, dass der Spiegel jüngst von „Deutschlands beliebtestem Mathe-Professor“ schrieb. Aber die Lehrvideos auf YouTube sind nur die eine Seite. Die andere betrifft die Vorlesungen selbst. Was bisher klassischer Frontalunterricht war, kann jetzt zum Seminar, zum problem- und praxisorientierten Übungsraum werden. Denn die Vorlesung steht ja bereits im Netz. Und dieses Konzept des „flipped classroom“, des „umgedrehten Klassenzimmers“, betrifft natürlich alle Orte, an denen Weiterbildung stattfindet. Auch das Lernen im Unternehmen und Betrieb.

Enterprise 2.0 Fallstudien

http://www.e20cases.org

Über die Möglichkeiten, die Social Media Unternehmen und Organisationen auch im internen Einsatz, für den Austausch von Informationen und die Vernetzung von Mitarbeitern, bieten, wird viel gesprochen. Sogar ein Begriff, „Enterprise 2.0“, wurde für das neue, vernetzte Unternehmen gefunden. Was jedoch brennend interessiert, wenn eine neue Entwicklung diskutiert wird, sind konkrete Erfahrungsberichte von denen, die bereits erste Projekte entworfen und umgesetzt haben. Welche Ziele haben sie sich gesteckt? Welche Technologien haben sie gewählt? Wie sind sie genau vorgegangen? Vor allem: War der Einsatz erfolgreich? Um dieses Bedürfnis nach Praxisinformationen zu befriedigen, haben sich Teams aus vier Universitätsinstituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen und das Enterprise 2.0-Fallstudiennetzwerk gestartet. Inzwischen sind auf der Plattform „e20cases.org“ fast 100 Fallstudien dokumentiert. Sie sind zum einen nach verschiedenen Qualitätsstufen geordnet (Orange, Gold, Silber, Bronze). Zum anderen sind sie verschiedenen Kategorien zugeteilt, damit Nutzer schnell die „richtigen“ Fallstudien finden. So sind derzeit zum Beispiel 53 Fallstudien dem Einsatzfeld „Wissensmanagement“ und fünf dem Einsatzfeld „Lernen und Training“ zugeordnet.

MMB Learning Delphi

www.mmb-institut.de

Seit 2006 bittet das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Zukunft des digitalen Lernens einzuschätzen. Vor allem mit Blick auf die berufliche Weiterbildung. Die jährlichen Online-Befragungen sind keineswegs repräsentativ, aber wer hierzulande an einer Einschätzung der Trends und Möglichkeiten des Lernens im Netz interessiert ist, wird an den Ergebnissen des Essener Instituts nicht vorbeigehen. Ihre aktuelle Trendstudie deutet schon im Titel einen Schwerpunkt an: „Mobile Learning – kurzer Hype oder stabiler Megatrend?„ Auf die Frage, welche E-Learning-Trends in den kommenden drei Jahren die größte Bedeutung haben werden, erhielt „Mobile Learning„ jedenfalls die meisten Stimmen, gefolgt von „Social Media/ Social Learning„ sowie „Micro Learning/ Rapid Learning„ auf den nächsten Plätzen. Und noch ein interessantes Ergebnis: Die befragten Experten stuften auch dieses Jahr wieder die LEARNTEC in Karlsruhe als wichtigste Messe der E-Learning-Branche ein.

Persönliches Wissensmanagement

PERSÖNLICHES WISSENSMANAGEMENT

WHAT'S IN IT FOR ME?

von Jochen Robes

Persönliches Wissensmanagement ist noch ein relativ junges Feld. Zwar herrscht weitestgehend ­Einigkeit ­darüber, dass ­Wissensarbeiter ein hohes Maß an Selbstverantwortung tragen, wenn es um den Umgang mit Informa­tionen, die Pflege ihrer Netzwerke und die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen geht. Doch wie sie diese Ziele systematisch verfolgen können, welche Strategien, Methoden und Werkzeuge sie dabei unterstützen, ist offen. Vor Der Autor stellt drei Experten und ihre Wissensstrategien vor und stellt sechs Grundprinzipien des persönlichen Wissensmanagements zur Diskussion.

 

Vernetztes Lernen als ­kontinuierlicher Prozess

Harold Jarche ist der Spezialist für das Personal Knowledge Management, kurz: PKM. Auf seinem Blog Life in perpetual Beta (http://www.jarche.com) beschäftigt er sich fast täglich mit Fragen rund um den persönlichen und professionellen Umgang mit Informationen und Wissen. Grundlage seiner Artikel und Kommentare ist ein Modell, das er Seek Sense Share nennt und das man am besten mit Suchen Reflektieren Teilen übersetzt. Dabei geht er davon aus, dass persönliches Wissensmanagement heute mehr bedeutet, als sich durch intensive Lektüre auf dem Laufenden zu halten. Wissen lebt von seiner praktischen Anwendung, von gemeinsamen Erfahrungen und den Rückmeldungen anderer. Das eigene Wissen überschneidet sich immer mit dem Wissen anderer und ist fest in soziale und institutionelle Netzwerke eingebunden. Vor diesem Hintergrund beschreibt Harold Jarche persönliches Wissensmanagement als einen kontinuierlichen Prozess des Seek Sense Share :

  • Seeking (Suchen) bedeutet, sich kontinuierlich mit neuen Informationen auseinanderzusetzen. Dabei suchen wir natürlich aktiv nach Informationen. Aber nicht nur: Über die Gruppen und Netzwerke, in denen wir uns bewegen, vom lokalen Stammtisch bis zu den virtuellen Netzwerken wie Facebook oder Xing, finden uns auch wichtige Informationen über Quellen, denen wir vertrauen. Natürlich haben wir es dabei im Netz immer auch mit einem Überangebot an Informationen zu tun, das gerne als information overload bezeichnet wird. Hier helfen uns jedoch intelligente Filter, die nur relevante Nachrichten zu uns durchlassen.
  • Mit dem Sensing (Reflektieren) verbinden wir neue Informationen mit unserem persönlichen Erfahrungshintergrund. Wir bewerten unsere Beobachtungen, versuchen sie einzuordnen und in unserer Arbeitspraxis anzuwenden.
  • Sharing (Teilen) bedeutet, dass wir unsere Quellen, Ideen und Erfahrungen mit unseren Netzwerken teilen. In der Zusammenarbeit mit anderen praktizieren wir das Teilen von Informationen häufig ganz selbstverständlich und unbewusst. Mit den neuen Möglichkeiten des Internets stehen uns zusätzlich Instrumente zur Verfügung, um diese Prozesse aktiv zu steuern. In Organisationen, die eine Kultur des Teilens entwickelt haben, erhöhen sich wiederum die Chancen, neue Verbindungen zu knüpfen und das eigene Netzwerk zu erweitern.

 

Working Smarter mit den ­richtigen Tools

Seit 2007 folgt die britische Bildungsexpertin und Leiterin des Centre for Learning & Performance Technologies (http://c4lpt.co.uk), Jane Hart, einem festen Ritual. Einmal im Jahr fragt sie die Mitglieder ihrer Netzwerke nach deren persönlichen Top Tools for Learning . Dabei interpretiert sie Tools for Learning wie folgt: Ein Learning Tool ist ein Werkzeug, um Lerninhalte für andere zu entwickeln oder zu verteilen oder ein Werkzeug, um eigene, persönliche oder berufliche Lernaktivitäten anzustoßen. 2012 sind weltweit 582 Bildungsexperten diesem Aufruf gefolgt. Aus den Rückmeldungen erstellt Jane Hart eine jährliche Top 100 Tools for Learning -Liste.

Die Liste gibt mittlerweile nicht nur einen interessanten Blick auf technische Entwicklungen und das Nutzungsverhalten der Bildungsexperten frei. Denn offenbar werden viele Internetanwendungen und Social Media-Tools von Experten ganz selbstverständlich als Lern-Werkzeuge genutzt, um sich informell und selbstorganisiert im Alltag neues Wissen anzueignen: Indem man Informationen austauscht, gemeinsam an Inhalten arbeitet und sich vernetzt. In den täglichen Routinen werden diese Werkzeuge also zu Instrumenten des lebenslangen Lernens und des persönlichen Wissensmanagements, wenn man ihren Wert und Nutzen einzuschätzen weiß.

Für viele Teilnehmer bildet die Liste der Top 100 Tools for Learning deshalb längst eine unverzichtbare Orientierungshilfe, um sich im Dschungel der wechselnden Tools und Systeme zurechtzufinden. Dabei hilft auch, dass Jane Hart immer wieder versucht, die Werkzeuge unter verschiedenen Gesichtspunkten zu sortieren und einzuordnen:

Methoden für das operative und strategische Problemlösen

Einen Ordnungsrahmen bieten auch Gabi Reinmann und Martin J. Eppler. Über zwanzig Methoden und Werkzeuge des persönlichen Wissensmanagements beschreiben sie in ihrem 2008 erschienenen Handbuch Wissenswege. Methoden für das persönliche Wissensmanagement . Es ist bis heute einer der wenigen Versuche, aus der Perspektive des einzelnen Wissensarbeiters den Zusammenhang zwischen Lernen und Wissen zu diskutieren.

Auch hier ist das Ordnungsraster, das die Autoren entwickeln, mindestens so spannend, wie die Vorstellung der einzelnen Methoden. Um brauchbare Kriterien für die Einordnung der verschiedenen Methoden zu gewinnen, fragen Gabi Reinmann und Martin J. Eppler zuerst, ob ein akutes Problem gelöst werden soll oder ob es darum geht, langfristig nutzbare Problemlösefähigkeiten aufzubauen . Im ersten Fall sprechen sie deshalb von operativen Zielen, die in einer unmittelbaren Leistung münden; und im zweiten Fall stehen aus ihrer Sicht strategische Ziele im Vordergrund, die sie mit einer längerfristigen Kompetenzentwicklung verbinden.

Darüber hinaus unterliegt das persönliche Wissensmanagement aus ihrer Sicht weiteren Bedingungen: Auf der einen Seite stehen wir häufig vor kalkulierbaren und planbaren Aufgaben, die so effizient wie möglich gelöst werden sollen. Hier greifen wir gerne auf bewährte Verfahren, Routinen und Erfahrungen zurück und entwickeln entsprechende Fachkompetenzen konsequent weiter. Auf der anderen Seite nehmen in unserer Arbeitswelt Aufgaben zu, die nur schwer zu planen sind und die ­flexible, originelle und letztlich innovative Lösungen verlangen.

Aus diesen Zielen ergibt sich ein Anforderungsraster für das persönliche Wissensmanagement, das es uns ermöglicht, die verschiedenen Methoden und Instrumente systematisch einzuordnen: So helfen beispielsweise Eisenhower-Matrix, Mind Mapping und die Konzeptkarte eher bei der Lösung akuter, operativer Probleme. Methoden wie das Kontaktnetz und die Synergy Map unterstützen dagegen eher beim Erreichen strategischer Ziele und damit die Entwicklung individueller Kompetenzen.

 

Facetten des Persönlichen ­Wissensmanagements

Fasst man die hier vorgestellten Aspekte, Modelle und Unterscheidungen des persönlichen Wissensmanagements zusammen, so ergibt sich eine Reihe von Anforderungen, denen sich Wissensarbeiter heute und morgen aktiv stellen müssen:

  1.  Persönliches Wissensmanagement ist lebenslanges Lernen.
    Das schließt die strukturierte, schrittweise Auseinandersetzung mit einem Thema ein, wie sie uns in der klassischen Weiterbildung, in Bildungsinstitutionen sowie Kursen, Seminaren und Workshops begegnet. Dazu gehören aber auch die informellen und selbstorganisierten Lernaktivitäten, die wir in Teams, in Communities of Practice oder in unseren virtuellen Netzwerken pflegen. Dass wir hier das Potential an Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft haben, bringt der Wissensmanagement-Experte David Gurteen pointiert auf den Punkt: What I find particularly strange, is that people are not reading blogs or using an RSS reader or reading Twitter posts (tweets). Personally, this is how I keep up with what is going on in the world. I do most of my learning this way. I have come to depend on it it s how I make sense of the world; keep up with new trends and ways of thinking. I d psychologically die without it!
  2. Persönliches Wissensmanagement bedeutet die Entwicklung eines eigenen Profils.
    Es reicht heute nur noch selten aus, auf einem bestimmten Gebiet kompetent zu sein. Man ist gefordert, diese Kompetenz auch nach aussen darzustellen und kann dafür eine stetig wachsende Palette an Möglichkeiten nutzen. Erste Bildungsinstitutionen und Hochschulen unterstützen beispielsweise ihre Lernenden dabei, ein eigenes ePortfolio zu pflegen, in dem persönliche Arbeitsergebnisse, Referenzen und Kompetenznachweise festgehalten und verwaltet werden können. Wer unabhängig sein möchte, investiert vielleicht lieber in Aufbau und Pflege eines eigenen Blogs. Die Werkzeuge dafür stehen jedem Interessierten im Netz zur Verfügung. Wer noch unsicher ist, ob er die Zeit, die Disziplin und das Talent für das Bloggen aufbringt, startet vielleicht mit einem der sozialen Netzwerke wie Facebook, Google Plus oder Xing und füllt dort sein Profil kontinuierlich mit Nachrichten und interessanten Links.
  3. Persönliches Wissensmanagement bedeutet die aktive Pflege von ­Beziehungen und Netzwerken.
    Vor allem die Arbeiten von Mark Granovetter in den 1970er Jahren haben die Diskussion um die verschiedenen Beziehungen, die wir pflegen, und ihren Nutzen in verschiedenen Situationen, z. B. bei der Suche nach einem neuen Job, angeregt (z. B. The Strength of Weak Ties , 1978). Heute ist es unbestritten, dass viele wichtige Impulse nicht nur aus unserem engsten Freundes- und Kollegenkreis kommen, sondern von den Rändern unserer Netzwerke und den schwachen Beziehungen . Auch wenn die Dynamik der Netze und der neuen Netz-Freundschaften ein noch relativ junges Phänomen darstellt: Die Möglichkeiten, über den direkten Kontakt vor Ort hinaus ein großes Netzwerk von Beziehungen zu pflegen, sind faszinierend.
  4. Persönliches Wissensmanagement setzt entsprechende ­Kompetenzen voraus.
    Wer heute die Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens und Kommunizierens nutzen will, benötigt entsprechende Kompetenzen. Meistens ist in diesem Zusammenhang die Rede von Medienbildung und Medienkompetenzen, zuweilen bereits von notwendigen Social Media-Kompetenzen. In der Regel wird damit heute mehr verbunden, als die richtige Nutzung einzelner Medien, Systeme oder Tools. Dafür sind gerade die Netzmedien schon zu fest mit unserer Biografie und unserem Alltag verwoben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb vor einiger Zeit folgende Themen- und Aufgabenfelder mit dem Stichwort Medienkompetenz verbunden: Information und Wissen; Kommunikation und Kooperation; Identitätssuche und Orientierung; digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln (BMBF, Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur , Bonn 2010). Ein guter Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und entsprechende Handlungsstrategien.
  5. Persönliches Wissensmanagement baut auf der Nutzung der ­ richtigen Werkzeuge und ­Methoden auf.
    Es gibt immer noch Experten, die zwischen Wissensmanagement-Methoden und ihrer technischen Umsetzung trennen. Das hat dazu geführt, dass sich viele Wissensmanager erst relativ spät mit dem Internet, den Netzwerken und Social Media beschäftigt haben, obwohl genau das die Orte sind, an denen heute Wissensmanagement praktiziert wird. Andere haben sich lange auf die Systeme, Prozesse und Werkzeuge verlassen, die in der eigenen Organisation und im eigenen Unternehmen zur Verfügung stehen. Dabei war es für Wissensarbeiter noch nie so einfach wie heute, in den professionellen Netzwerken des Internets selbst aktiv zu werden, eigene Erfahrungen zu sammeln, neue Werkzeuge und Methoden auszuprobieren und die dabei gewonnenen Erfahrungen wiederum in die eigenen Organisationen und Unternehmen zu tragen.
  6. Persönliches Wissensmanagement und das Wissensmanagement in Unternehmen und Organisa­tionen sind nicht zu trennen.
    Es müsste im Interesse eines jeden Unternehmens liegen, die eigenen Mitarbeiter für das persönliche Management ihres Wissens zu interessieren. Nicht nur, dass auf diese Wege Mitarbeiter beginnen, Verantwortung für die Entwicklung ihrer eigenen Kompetenzen zu übernehmen und die Idee des lebenslangen Lernens erste Konturen gewinnt. Hinzu kommt, dass sich durch Mitarbeiter, die ihre Wissensprozesse aktiv steuern, auch die Unternehmen selbst für neue Austauschprozesse öffnen, sowohl im Unternehmen selbst als auch über die Grenzen des Unternehmens hinweg.