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Melanie Adacker, Dr. Ottmar Döring, Natascha Knoll

QUALIFIZIERUNG IM ZUGE DES ANERKENNUNGSGESETZTES

 

Die Publikation aus der Reihe "Leitfaden für die Bildungspraxis" ist praxisnah gestaltet und richtet sich an Bildungsdienstleister, die ihr Angebot um Qualifizierungen im Kontext des Anerkennungsgesetzes ausbauen oder den veränderten Rahmenbedingungen anpassen möchten. Beispiele guter Praxis veranschaulichen, wie entsprechende Qualifizierungen geplant, konzipiert, umgesetzt, evaluiert und beworben werden können.

Den Hintergrund für Anpassungsmaßnahmen bildet das Anerkennungsgesetz des Bundes, das zum 1. April 2012 in Kraft getreten ist. Es erleichtert Personen mit ausländischem Berufsabschluss die Anerkennung ihrer Qualifikationen und verbessert dadurch ihre Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Unabhängig von der Staatsangehörigkeit hat nun jede Person mit ausländischem Berufsabschluss das Recht auf ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren, in dem die vorliegenden Qualifikationen mit einem deutschen Referenzberuf verglichen werden. Bezugspunkt für die Gleichwertigkeitsfeststellungsprüfung ist bei Berufen gemäß Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung immer die aktuelle deutsche Ausbildungsordnung des jeweiligen Referenzberufs.

Reglementierte Berufe (wie z. B. Arzt /Ärztin, Lehrer / -in, Gesundheits- und Krankenpfleger / -in) kann nur ausüben, wer die volle Gleichwertigkeit bescheinigt bekommt. In den nicht reglementierten Berufen (Ausbildungsberufe im dualen System wie z. B. Bürokaufmann / -frau, Änderungsschneider / -in, Elektro­an­lagenmonteur / -in) ist eine volle Gleichwertigkeit nicht zwingend notwendig, um im Beruf tätig zu sein; man kann sich auch direkt auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren bringt jedoch auch im nicht reglementierten Bereich Vorteile: Der Bescheid zeigt auf, welche Qualifikationen im Rahmen der ausländischen Ausbildung erworben wurden und welche Abweichungen vom deutschen Referenzberuf es gibt. So kann der Bescheid als Transparenzinstrument für (potenzielle) Arbeitgeber dienen.

Werden im Rahmen des Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens wesentliche Unterschiede zwischen dem ausländischen Abschluss und dem deutschen Referenzberuf festgestellt und können diese Unterschiede nicht durch nachgewiesene Berufserfahrung ausgeglichen werden, wird eine teilweise Gleichwertigkeit bescheinigt. Die/der Anerkennungssuchende hat nun die Möglichkeit, mithilfe einer Anpassungsqualifizierung die wesentlichen Unterschiede auszugleichen, um schließlich die volle Gleichwertigkeit anerkannt zu bekommen.

Bei der Konzeption und Umsetzung von Anpassungsqualifizierungen müssen allgemeine, aber auch spezifische Gestaltungsanforderungen berücksichtigt werden. Der Leitfaden hilft Bildungsdienstleistern, entsprechende Qualifizierungen zu konzipieren. Er zeigt auf, wie Anpassungsqualifizierungen für den nicht reglementierten Bereich umgesetzt werden können durch die Bildungsdienstleister direkt oder in Kooperation mit Bildungspartnern. Beschrieben werden alle Vorgehensschritte von der Bedarfserhebung über die Konzeption und Durchführung bis hin zur Dokumentation und Bewerbung. Checklisten und Praxisbeispiele unterstützen die Umsetzung. Der Leitfaden wird abgerundet durch Hinweise zu weiterführenden Informationen zum Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)", zum Anerkennungsgesetz sowie zu Informations- und Beratungsangeboten.

Nadine Wacker

 

 

Melanie Adacker, Dr. Ottmar Döring, Natascha Knoll (2014)

QUALIFIZIERUNG IM ZUGE DES ANERKENNUNGSGESETZTES

Planung und Durchführung von Maßnahmen durch Bildungsdienstleister

Leitfaden für die Bildungspraxis, Band 61, 52 Seiten
22,90 Euro, W. Bertelsmann Verlag, ISBN: 978-3-7639-5373-8