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Der McDonald’s Ausbildungsflash 2014

DUALE AUSBILDUNG: GUTES IMAGE, SCHLECHTE QUOTE

 

Im Vorwort der vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführten Repräsentativbefragung
der deutschen Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung der 15 bis 24-Jährigen verdeutlicht der Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann Anlage und Ergebnisse:

Vor allem die heute 15 bis 24 Jahre alten Männer und Frauen äußern sich zu ihren Berufsvorstellungen und -erwartungen und berichten von ihren Schwierigkeiten beim Berufseintritt. Ein Jahr nach der umfassenden ersten Ausbildungsstudie im Auftrag von McDonald s liegt hier eine Nachbefragung vor. Sie enthält für alle Akteure im beruflichen Ausbildungsbereich eine ermutigende und eine irritierende Botschaft:

Irritierend ist, wie gemischt die Einstellungen der jungen Leute gegenüber dem dualen System der beruflichen Ausbildung sind. Dieser Königsweg der deutschen Berufsqualifikation erscheint ihnen zwar nach wie vor interessant und abwechslungsreich, aber er schneidet bei einigen wichtigen Kriterien im Vergleich zum Hochschulstudium schlechter ab: Nach Einschätzung der jungen Leute bietet die berufliche Ausbildung einen geringeren Grad an Eigenverantwortlichkeit, sichert weniger Aufstiegsmöglichkeiten, enthält geringere Verdienstchancen und gewährt ein niedrigeres Ansehen.
Wenn das kein Weckruf an die Unternehmen in Deutschland ist! Es wird höchste Zeit, offensiv die vielfältigen Vorteile der beruflichen Ausbildung in den Vordergrund zu stellen: Jobsicherheit, finanzielle Unabhängigkeit von Anfang an, starker Praxisbezug, gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit. Unternehmen sollten anschaulich demonstrieren, wie attraktiv eine berufliche Ausbildung ist und welche Spielräume der Verselbständigung sie bietet. Sie sollten gegen den Akademisierungswahn antreten, indem sie die enge Verbindung zwischen praktischer und theoretischer Ausbildung unterstreichen und deutlich machen, wie unkompliziert heute die Übergänge zwischen Berufsausbildung und Studium geworden sind. Die Anhaltspunkte dafür liefert diese Nachbefragung: Die Einstellung der jungen Leute zum dualen System ist nämlich weitaus positiver als in den Medien kolportiert.

Nachbefragung: das Image der ­betrieblichen Ausbildung

Zu den wichtigsten Erwartungen junger Menschen an einen Beruf zählen gute Erfolgs- und Zukunftschancen. 43 Prozent der unter 25-Jährigen legen bei der Berufswahl ganz besonderen Wert auf einen Beruf, der Erfolg verspricht. Für diese Gruppe scheinen die beruflichen Erfolgschancen mit einem Studium gesicherter zu sein als mit einer dualen Ausbildung. Nur acht Prozent der jungen Erwachsenen denken, dies ließe sich mit einer Lehre besser verwirklichen. Eine relative Mehrheit (48 Prozent) aller Befragten traut sich hier allerdings kein Urteil zu.
Der hohe Anteil der Unentschlossenen legt den Schluss nahe, dass viele junge Menschen den beruflichen Erfolg nicht allein an der Art der Ausbildung festmachen, sondern auch am eigenen Engagement und an der eigenen Leistung. Und keineswegs werden mit der betrieblichen Ausbildung schlechte berufliche Erfolgschancen assoziiert. Im Gegenteil: Insbesondere die Chancen, im Anschluss an eine Lehre einen sicheren Arbeitsplatz zu erhalten, aber auch die Aufstiegsmöglichkeiten werden von vielen aus der jüngeren Generation positiv bewertet.
Ganz generell ist das Image der betrieblichen Ausbildung bei den unter 25-Jährigen weit überwiegend positiv. Mit einer betrieblichen Ausbildung werden vor allem praxisnahe Tätigkeiten und eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben assoziiert, zudem aber auch gute Chancen auf einen sicheren Job im Anschluss an eine Lehre sowie abwechslungsreiche Tätigkeiten.