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W&B gehört seit 1948 zu den renommiertesten Fachzeitschriften der Beruflichen Bildung!

Rezension

Alfred Riedl und Andreas Schelten:

Grundbegriffe der Pädagogik und Didqaktik beruflicher Bildung

von Jörg E. Feuchthofen 

Lehr- und Studienbücher gehören in den klassischen Disziplinen der Wissenschaft zum Standard. Ansprüche und Formen sind vielfältig. Die Reichweite variiert erheblich. Ganz oben im Ansehen stehen Werke, die ein gesamtes Fachgebiet im Kontext erschließen und meist eine in der Fachwelt gewichtige Lehre darstellen wollen. Der Erfolg ist nicht jedem Verfasser vergönnt. Bei Bestand des Buches über das Erscheinen hinaus kann man von einer wissenschaftlichen Akzeptanz sprechen, deren Renommee unter Kollegen dann oft nach der Anzahl der Neuauflagen bestimmt wird. Ganz unten rangieren dagegen Studien bücher , die eben direkt an die Studierenden gerichtet sind und diesen mit Praxis- oder Fallhilfen die konkrete Lebensbedeutung ihres Fachs verdeutlichen sollen. Böse Stimmen sprechen dabei manchmal von Vorlesungsskripten in gedruckter Form, obwohl solche Lernhilfen für Studierende bereits aus Gründen der Opportunität bei der Prüfungsvorbereitung durchaus sinnvoll sind.

Das vorliegende Werk ist für sich weder ein Lehr- noch ein Studienbuch im dargestellten Sinn. Es arbeitet in lexikalischer Form pädagogische und didaktische Grundbegriffe auf. Im Fokus steht dabei die berufliche Bildung mit ihren Spezifika gegenüber der allgemeinen Erziehungswissenschaft. 94 Fachbegriffe werden komprimiert und eben auch außerhalb der hohen Lehre verständlich in ihren Inhalten dargestellt. Zwangsläufig gibt es bei bestimmten Themen Redundanzen zur allgemeinen Pädagogik, z. B. bei den Themen Schlüsselqualifikationen , Unterrichtsmethoden oder Sozialkompetenz und Teamfähigkeit . Gleichwohl gelingt es den Autoren, durchgängig bei allen (!) Grundbegriffen die Ausdifferenzierung allgemeiner Lernziele auf die berufliche Bildung darzustellen und meist sogar exemplarisch zu ergänzen. Zahlreiche Verweise auf andere konnexe Begriffe belegen handfeste Sorgfalt und immer wieder den Blick auf das Ganze. Allein das lohnt bereits die Nutzung auch im Alltag der betrieblichen (Aus)Bildung.

Die Autoren haben in der Berufspädagogik einen anerkannten wissenschaftlichen Ruf. Das kommt dem Werk ebenso zugute wie die bereits im Vorwort klare und souverän formulierte Zweckbestimmung. Anhand der Grundbegriffe lassen sich Studieninhalte reflektieren, was auch zu einer Prüfungsvorbereitung genutzt werden kann . Eigentlich schade um so viel Bescheidenheit. Denn der Charme des Studienbuches liegt nicht nur in einem schlichten wissenschaftlichen Repetitorium. Beide Autoren im Team verfügen vielmehr über einen Background, der überzeugt. Im Sinne der eingangs erwähnten Lehre in der beruflichen Bildung sind sowohl Riedl als auch Schelten bestens unterwegs, der eine mit den Grundlagen der Didaktik, der andere mit den Grundlagen der Berufspädagogik. Das vorliegende Lehr- und Studienwerk verbindet in der Zusammenstellung aktueller wie grundlegender Begriffe beide Bereiche. Wie angenehm und überzeugend, nicht gleich und unbedingt am Anfang über die Bedeutung von Grundlagen und Zusammenspiel in der Methodik und Didaktik der (berufsbildenden) Erziehungswissenschaften belehrt zu werden, bevor es dann erst ab Seite XY in medias res geht!

Damit erschließt sich auch überzeugend der inhaltliche Wert des Werkes. Es ist ein gutes Hilfsmittel auf der sogenannten 3. Ebene: ein immer wieder griffbereit liegendes Verzeichnis wesentlicher Grundbegriffe, die auch der Praktiker sehr gut nutzen kann. Das Buch hilft, auch bei vertieften oder breiten Ausflügen in Primärlektüre innezuhalten, die Definition bestimmter Begriffsinhalte zu überprüfen, sich zu orientieren bzw. zu vergewissern und damit die eigene Position zu verifizieren. Das kann je nach Kenntnisstand und auch Erfahrung des Lesers dabei helfen, eigene Sichtweisen zu entwickeln , wie sich dies die Autoren im Vorwort auch ausdrücklich wünschen.
Den Praktiker in der beruflichen Bildung freut, dass sich die Autoren auch im Verständnis ihres Gebietes weit aus der Deckung wagen. Sie bejahen einerseits die historische Herleitung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik aus der Geschichte der Berufsschule und ihre nach wie vor geltende Aufhängung in der Lehrerbildung. Andererseits bestärken sie deutlich die gewachsene Bedeutung der betrieblichen Bildung. Sie stellen heraus, dass heute dabei pädagogische Handlungsfelder bis zur integrierten Organisations- und Personalentwicklung wahrgenommen werden .

Empfehlung der Redaktion: anschaffen, lesen und als Handbuch nutzen!

 

Peter Modler (2011)
Das Arroganz-Prinzip: So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf
Gebunden, 224 Seiten, 16,95 Euro,
ISBN 978-3-8105-1294-9, Krüger Verlag Frankfurt
Taschenbuch, 240 Seiten, 9,99 Euro,
ISBN-13: 978-3810512949, Fischer Verlag Frankfurt