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Ergebnisse der OECD-Studie 2013

Ergebnisse der OECD-Studie 2013

BILDUNG AUF EINEN BLICK

Im Juni 2013 ist die jährliche Daten-Studie Bildung auf einen Blick der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erschienen. Die Indikatoren sind bildungs­ökonomisch orientiert und beleuchten Investitionen und wirtschaftliche Effekte des Bildungssystems.

Für Deutschland zeigt die Studie 2013 einen hohen Beschäftigungsstand von Personen mit abgeschlossener Berufs- und Hochschulausbildung, der deutlich über dem OECD-Schnitt liegt. Einige weitere zentrale Punkte sind:

Deutschland zählt zu den wenigen Ländern, deren Arbeitslosenquote in der jüngsten Wirtschaftskrise nicht gestiegen ist ...

Tatsächlich waren die Arbeitslosenquoten der deutschen Arbeitskräfte auf allen Bildungsniveaus zwischen 2008 und 2011 rückläufig. In den OECD-Ländern haben sich die Arbeitslosenquoten unter Erwachsenen ohne Abschluss des Sekundarbereichs II in diesem Zeitraum im Durchschnitt von 8,8 % auf 12,6 % erhöht; in Deutschland sind sie zwar von 16,5 % auf 13,9 % gesunken, verharren aber auf relativ hohem Niveau.

... und in denen der Anteil junger Menschen, die weder beschäftigt noch in Bildung oder Ausbildung sind (NEET), abgenommen hat.

Etwa 11% der jungen Menschen in Deutschland waren 2011 weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung (NEET) (2008 waren es 12 %), verglichen mit einem OECD-Durchschnitt von 16 % (14 % im Jahr 2008). Während der weltweiten Rezession ist die NEET-Quote nur in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Türkei gesunken oder weitgehend unverändert geblieben. Etwa 6% der jungen Menschen, die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung sind, zählen nicht zur Erwerbsbevölkerung; 4,6 % sind arbeitslos. Wie in vielen anderen OECD-Ländern ist über die Hälfte der Arbeitslosen seit mehr als 6 Monaten ohne Beschäftigung. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der NEET-Gruppe ist in Deutschland höher als in den meisten anderen Ländern mit relativ geringem NEET-Anteil, namentlich Öster­reich, der Schweiz und den skandinavischen Ländern.

Am deutschen Arbeitsmarkt haben berufliche Qualifikationen einen ebenso hohen Stellenwert wie andere Bildungsabschlüsse.

Die Beschäftigungsquote der 25- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss in einem beruflichen Bildungsgang des Sekundarbereichs II oder des postsekundären Bereichs (84 %) liegt um nahezu 30 Prozentpunkte über der Quote gleichaltriger Erwachsener mit einem allgemeinbildenden Abschluss des Sekundarbereichs II oder des postsekundären Bereichs (53 %) (OECD-Durchschnitt: 79 % bzw. 69%). Auch Nichterwerbstätigkeit ist unter jungen Erwachsenen mit einem allgemeinbildenden Abschluss des Sekundarbereichs II weiter verbreitet (43 %) als unter Personen mit einem berufsbildenden Abschluss des Sekundarbereichs II (10 %) (OECD-Durchschnitt: 23% bzw. 13 %). Etwa 6,7% der 25- bis 34-Jährigen mit einem berufsbildenden Abschluss des Sekundarbereichs II oder des postsekundären Bereichs sind arbeitslos, verglichen mit 6,9% der jungen gleichaltrigen Erwachsenen mit einem allgemeinbildenden Abschluss (OECD-Durchschnitt: 9,8 % bzw. 11,5 %). Unter den 35- bis 44-Jährigen tritt der Vorteil einer berufsorientierten Ausbildung sogar noch deutlicher zu Tage. 2011 waren etwa 5,4 % der Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung erwerbslos, verglichen mit 8,1% der Personen mit einem allgemeinbildenden Abschluss des Sekundarbereichs II (OECD-Durchschnitt: 7,0 % bzw. 8,5 %).

Die Zahl der Hochschulabsolventen ist stetig gestiegen, liegt aber nach wie vor deutlich unter dem OECD-Durchschnitt

Deutschland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an 25- bis 64-Jährigen, die mindestens einen Abschluss des Sekundarbereichs II erworben haben: Dieser liegt bei 86 % gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 75 %. Unter den Personen mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II oder des postsekundären nichttertiären Bereichs besitzen die meisten einen berufsorientierten Abschluss. Gleichwohl liegt Deutschland in Bezug auf den Anteil der Hochschulabsolventen noch immer unter dem OECD-Durchschnitt. Nur 28 % der jüngeren Deutschen im Alter von 25 34 Jahren können einen Tertiärabschluss vorweisen, während der OECD-Durchschnitt in dieser Altersgruppe 39 % beträgt.

Die Trends legen dar, dass die Frauen bei den Bildungsabschlüssen erheblich aufgeholt haben, und der Anteil der Frauen mit Tertiärabschluss in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen ist zwischen 2000 und 2011 stetig von 20 % auf 30 % gestiegen (OECD-Durchschnitt: von 27 % auf 43 %). Unter den jüngeren Männern nahm die Zahl der Personen mit Tertiärabschluss im selben Zeitraum nur um 2 Prozentpunkte von 24 % auf 26 % zu (OECD-Durchschnitt: von 24 % auf   33 %).

Die Trends für Deutschland zeigen ebenfalls, dass die Studienanfängerquoten im Tertiärbereich A zwischen 2005 und 2011 um 10 Prozentpunkte von 36 % auf 46 % gestiegen sind (OECD-Durchschnitt: 54 % bzw. 60 %). Mit dem Hochschulpakt 2020 investiert Deutschland zusätzliche Mittel in den Ausbau von Studienmöglichkeiten und gibt damit eine passende Antwort auf die steigende Studiennachfrage.

... gleichzeitig nehmen mehr Studierende ein Studium in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Technologie auf.

In den letzten zehn Jahren sind die Studienanfängerquoten in den sogenannten MINT-Fächern, d. h. Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften, erheblich gestiegen. Diese Zuwächse erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem viele qualifizierte Arbeitskräfte in diesen Fachbereichen in den Ruhestand gehen und entsprechende Qualifikationen in immer mehr Berufen gefragt sind (Institut der Deutschen Wirtschaft, 2013). Beispielsweise waren 2011 etwa 59 % der Absolventen in den Fächern Mathematik und Statistik Frauen: Im Jahr 2000 betrug der Frauenanteil unter den Absolventen in diesem Bereich 42 % (OECD-Durchschnitt: 42 % im Jahr 2000 und 45 % im Jahr 2011). Auch in den Naturwissenschaften ist der Anteil der weiblichen Absolventen zwischen 2000 und 2011 von 27 % auf 42 % gestiegen (OECD-Durchschnitt: von 40 % auf 43 %).

 

http://www.oecd.org/berlin/publikationen/bildung-auf-einen-blick.htm