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Duale Ausbildung sucht neue Wege

Stefan Küpper

DUALE AUSBILDUNG SUCHT NEUE WEGE

Während Während die duale Ausbildung geradezu als Allheilmittel zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit in anderen Ländern gepriesen wird, scheint sie in Deutschland an Attraktivität zu verlieren. In diesem Zu-sammenhang mehren sich in der aktuellen bildungspolitischen Debatte die Stimmen, die vor einer "Akademisierung" der Gesellschaft und einer Verdrängung der dualen Ausbildung warnen.

 

Nahrung erhält dies auch durch die Berichte einer wachsenden Zahl von Unternehmen und Branchen, dass sie Mühe haben, ihre Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.

Die Arbeitgeber verfolgen diese Diskussion mit Sorge, da sie an den eigentlichen Problemen und Herausforderungen vorbeigeht. Kein objektiver Indikator zeigt Probleme auf dem Akademikerarbeitsmarkt an. Im Gegenteil: Die Akademikerarbeitslosigkeit liegt bundesweit bei rund 2,5 Prozent, die niedrigste aus allen Qualifikationsarten. Zugleich erzielen Akademiker im Durchschnitt die höchsten Einkommen; und dieser Einkommensvorsprung ist in den letzten Jahren weiter angewachsen. So verdienten im Jahr 2000 Arbeitskräfte mit Tertiärabschluss etwa 40 Prozent mehr als Personen ohne. 2011 betrug der Verdienstvorsprung dann schon zwei Drittel. Damit liegt Deutschland auch im internationalen Vergleich an der Spitze.

Hier spiegelt sich vor allem auch der differenzierte Bedarf des Arbeitsmarktes wider. Die Fachkräftesicherung der Betriebe basiert auf Mitarbeitern, die in vielen unterschiedlichen Profilen dual und akademisch ausgebildet werden. Das heißt, die Facharbeiterausbildung ist für die Nachwuchssicherung genauso unverzichtbar wie die Hochschulausbildung. Selbstredend bleibt die duale Ausbildung unverzichtbarer und zentraler Bestandteil jeder Fachkräftesicherungsstrategie. Sie gehört zu den großen Standortvorteilen und bietet hervorragende Karriereperspektiven als Facharbeiter. Vor allem für Schulabsolventen mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss bietet der direkte Einstieg in eine duale Ausbildung unverändert eine erstklassige Option und Perspektive; aber auch Absolventen mit Hochschulreife finden hier ihren Weg. Rund jeder zweite Ausbildungsanfänger weist heute einen mittleren Schulabschluss auf, etwa jeder vierte den Hauptschulabschluss und rund ein Fünftel die allgemeine oder die Fachhochschulreife.

Es reicht aber nicht, sich die Vorzüge der dualen Ausbildung wechselseitig in den Sonntagsreden zu versichern. Vielmehr muss sich auch die duale Ausbildung auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen und zugleich hausgemachte Probleme überwinden.

Externe Einflussfaktoren und hausgemachte Probleme

Es scheint eine Mischung aus verschiedenen Einflussfaktoren und Entwicklungen dafür verantwortlich zu sein, dass die duale Ausbildung trotz des hohen Ansehens im Ausland im Inland an Attraktivität eingebüßt hat. Das sind zum einen externe Faktoren, zum anderen aber auch hausgemachte Probleme.

Zu den externen Faktoren zählen:

  • Wertewandel und Trend zu höheren Schulabschlüssen

In einer Gesellschaft, in der richtigerweise Bildung als der Schlüssel für Chancengerechtigkeit und sozialen Aufstieg postuliert... Weiterlesen (€)